Das Dorf- und Kulturfest Vals öffnet am 19. August 2017 erstmals sein Kultur-Fenster.

Vals gibt so den Blick frei auf die dem Dorf ganz eigenen und ursprünglichen Walser Wurzeln. Das Dorf- und Kulturfest 2017 begnügt sich nicht mit einer kulturellen Nabelschau oder dem sentimentalen Blick in den Rückspiegel. Gemeinsam blicken wir in die zeitlichen Dimensionen; Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die „Koexistenz“ verschiedener Sprachen, von Literatur und Musik aller Art, von Generationen, unterschiedlicher Weltanschauungen und Wertelandschaften. Das ist während drei Wochen das übergreifende Thema im Dorf. Gross und Klein, Einheimische wie Gäste, werden eingeladen sich Raum und Zeit zu schaffen. Raum für ein Nebeneinander. Zeit für ein Miteinander und ein Füreinander.

Der Anlass besteht aus zwei Hauptteilen. Dem Dorffest während den ersten zwei Tagen vom 19./20. August und verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen während den darauffolgenden drei Wochen bis zum Sonntag, 10.September 2017. Eine bunte Mischung von Events sollen während dieser Zeit nebeneinander Platz finden – eben „CO-EXISTIEREN“. In Bezug auf Literatur und Musik werden geografische und inhaltliche Kontraste geschaffen. Zwischen ursprünglichem Valser Brauchtum und modernen Lebens- und Wirtschaftsformen soll eine Brücke geschlagen werden. Ein gemeinsamer Gottesdienst am 20. August soll zeigen, dass Spiritualität und Religion über die Kultur- und Sprachgrenzen hinweg erlebt werden kann. Vielfältige „Koexistenzen“ sind unsere Lebensgrundlage. Sie sind in Natur, Wirtschaft und Gesellschaft der Garant für Gesundheit, Stabilität und Schönheit. Und, sie sind und bleiben eine Herausforderung.

Das Dorf- und Kulturfest Vals hat „COEXISTENCE“ zum zentralen Thema gewählt. Begleitet wird der dreiwöchige Anlass von der gleichnamigen Plakatausstellung. Während der Zeit vom 19.8. bis zum 10.9.2017 sind in Vals rund einhundert Werke zu bestaunen. Viele Kunstwerke sind einfach schön. Einige werden zum Nachdenken anregen. Wenige werden provozieren. Die Plakate wurden im Rahmen eines Wettbewerbs der Alliance Graphique Internationale (AGI) entworfen. Renommierte Grafik Designer aus aller Welt stellen die Mitglieder dieses Vereins, der 1951 von schweizer und französischen Grafikern gegründet wurde. Das Non-Profit-Engagement der AGI-Mitglieder zeigt, wie bedeutend das Thema „COEXISTENCE“ ist. Die Ausstellung in Vals findet im Freien statt und ist für alle Besucher kostenlos zugänglich. Die an gut zugänglichen Plätzen und in Gruppen angeordneten Plakate erschliessen sich dem Besucher und Beobachter am besten zu Fuss. In einem gemütlichen Dorfspaziergang können alle Plakate gut „erwandert“ werden.

Bereits die Organisation unseres Anlasses ist „Koexistenz“. Jegliche Vereine tragen in verschiedener Art und Weise zur Vielfalt und Qualität unseres Dorf- und Kulturfestes bei. Der Valser Kulturverein „Gandahus-Vereinigung“ wird uns unter anderem mit dem „Blachten sieden“ ein altes Handwerk in Erinnerung rufen. Als kleine Vorschau wird die Prozedur des „Blachten sieden“ in unserem ursprünglichen „Vallerdialekt“ beschrieben und erklärt.

Blachtastroupfa/Blachtabrüeja – en Iladi uf Vallerdialekt

D Blachta ischt früener es begärrts Chrut gsi. Summi heint scha besser ghüetet as d Härdöpfel im Acher. Ma het sogar Blachtagärta (dr Blachtawuoscht) gchä und guot zuem gluogt, na esia ezüünet und wäder Tierli no Goofa dri glaa.

Im Summer, bevor ma an ds Höu ischt, oder im Herbscht, vorem Äämda (Äämdblachta), sind alli Familia mit allna Lütli, va da Müürta bis zum Enna, usgschwäärmat in da Blachtawuoscht ga dia hööija Blachta z stroupfa. Nei, nit nu abzschriissa is gsi. Schii heint möglischt dia ganza Blachta gno. Vor allem het ma scha eso quasi usem Boda füra gschrissa, dass z Wiissa (dr Blachtaspäck), wa z underscht an dr Blachta dra ischt, ou gchrat usem Boda füra cho ischt. Drnaa het ma scha Aarvla für Aarvla mit gläsna Blachta zämabunda und uf Zita pega.

Zum d Blachta brüeja (sieda) hets en Füürgruoba bbruucht, wa es grosses Chessi dri Platz gchä het. Ma het dem Chessi zümpftig undergfüürat und s mit Blachta und Wasser gfüllt. Wenn dia Blachta zur under Hälfti brüeti gsi sind, het ma scha de gcheert und gwaartet bis au dia under Hälfti gsottni gsi ischt. Esoo hetma scha ussazoga und abtröipfa glaa.

In dr Nööchi va dr Füürgruoba hets meischtens es Massgstell gchä, en Aart en chliina, mit Brettli gschlossna Chromma. Det heinsch dia gsottna Blachta, jez eba z Mass, dri taa, zuodeckt und bis im Herbscht glaageret.

Wenn d Schwii van Alp cho sind, heint d Lütli ds Massgstell offa taa. Entweder heinsch chönna z Mass äppa druber ewägg nä, oder ma hets gschroota oder suss gschnitta, ou wenn s äppa gfrooras gsi ischt. D Schwii heints esoo portionawiis z frässa gchriegt. Dia säba heint das gäära gnu und guot trüet.

Aber … was chunnt da e Huufa gschriba? Chönnt sälber cho ga das Handwärch lärna …

(Mundarttext: Odi und Carolina Berni)